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Domenico Gallo (1730-1796) / Giovanni Battista Pergolesi

Trios für drei Klarinetten


Besetzung: 3 Kl.
Bearbeitung: Bernhard Kösling
Umfang: 5 Bände
Herausgeber: Musikverlag Hans Jürgen Eckmeier

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Jetzt hat sich der Name „Pergolesi“ über viele Jahre im Bewusstsein der Menschen festgesetzt, Stravinski hat ihn mit seiner „Pulcinella-Suite“ nahezu unsterblich gemacht, da müssen alle umlernen. Aber noch mal von vorne: Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) war schon zu Lebzeiten praktisch ein Mysterium, von den 330 unter seinem Namen veröffentlichten Werken sind nach heutigem Stand des Wissens nur 10% authentisch. Also ca. 33 Werke sind tatsächlich von Pergolesi selber – Leidtragender ist auch Stravinski: er verwendete ohne es besser zu wissen die Werke sieben verschiedener Komponisten und kam zu der Ballett-Suite „Pulcinella- nach Themen von Pergolesi“. – Pech gehabt. Im 20. Jhd. entdeckte man nach und nach mehr Falsifikate vermeintlicher Pergolesi-Werke. Heute gilt es als gesichert, dass Domenico Gallo der tatsächliche Autor der berühmten 12 Triosonaten für zwei Violinen und Basso ist. Der Venezianer Gallo schrieb diverse Sakralwerke, von seinem Leben sind nicht einmal die Geburts- und Todesdaten gesichert, man geht aber davon aus das er um 1730 in Venedig geboren wurde und zwischen 1792 und 1796 dort starb. Vielleicht ist die Diskussion über die Person des Komponisten auch gar nicht so entscheidend, warum rückt nicht die Musik als solche in den Mittelpunkt? Vielleicht ist diese Musik von der Neuzeit auch nur falsch einsortiert worden. Vielleicht sollten wir uns bei der Interpretation daran gewöhnen ein klassisches Werk vorliegen zu haben, bei dem wir uns von barocker „Notenkräuselei“ (L. Mozart – Violinschule) verabschieden sollten. Der Londoner Erstdruck der 12 Triosonaten stammt von 1771 und beendet folglich die Vorstellung dieser Musik als höfisch barocke Kammermusik, diese Stücke sind der Klassik verhaftet – lediglich der Stil ist in seiner Zeit altmodisch und überholt. Es muss nur noch in den Köpfen von Musikern und Publikum ankommen das „Pergolesi“ nicht immer in den Barock gehört geschweige denn überhaupt Pergolesi ist.

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Details :
  • Author : Matthias Ramsch
  • Category :
  • Date : 20. Oktober 2017