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Wolfgang Amadeus Mozart

Serenaden


Umfang: 5 Bände
Besetzung: 3 Bhn.
Bearbeitung: Bernhard Kösling
Herausgeber: Musikverlag Hans Jürgen Eckmeier
Schwierigkeit: Fortgeschritten

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Mozarts Bassetthorntrios entpuppen sich bei genauerer Betrachtung nicht nur als einzigartiges Kleinod der Klarinettenliteratur, sondern auch in Bezug auf die Frage nach der Originalgestalt bzw. der editorischen Einordnung als scheinbar unlösbare Aufgabe.
Es fängt damit an, dass es kein verifiziertes Autograph der Bassetthorntrios von Mozart gibt. Des weiteren ergibt sich die Frage nach dem eigentlichen Titel: Während Mozarts Witwe Constanze auf Anfrage dem Verleger J.A.André 1800 in einem Brief antwortet, die Trios seien bei Herrn Stadler (Mozarts Klarinettist) ,dem „…sein Coffre, worin diese Sachen waren, im Reich gestohlen worden sind“ , gibt es durch das ganze 19Jhd. Ausgaben als Serenaden oder Divertimenti, nicht zu vergessen die Klavierfassung als Wiener Sonatinen. Unabhängig davon gibt es natürlich Unmengen von Arrangements – alles in den verschiedensten Instrumental-Besetzungen. Die Sortierung in „5 Divertimenti“, die bis heute bestand hat, stammt eindeutig nicht von Mozart, sondern wurde von den Erstverlegern André und Simrock vorgenommen. Der erste Versuch der systematischen Einordnung wurde …von Ernst Lewicki 1905 unternommen, der die Trios im Rahmen der Mozart Gesamtausgabe (heute: Alte Mozart Ausgabe –AMA) sortierte.

Im Vorwort zu eben dieser Ausgabe schreibt Lewicky: „Als Vorlage für die Wiederherstellung der Originalgestalt der vorliegenden 5 Divertimenti diente eine vergriffene alte Sammlung von Harmoniemusik, welche der Herausgeber vor einigen Jahren im Archiv der Hofmusikalienhandlung von C.A.Klemm in Dresden vorfand. Der Titel lautet: „Trois Serenades pour deux Clarinettes, deux Cors et Basson, composés par W.A.Mozart, Livre I et II, Bonn chez N.Simrock, Verl.Nr. 926“. Die letzte dieser 6 Serenaden, welche schon Otto Jahn unter den nicht beglaubigten Kompositionen für Harmoniemusik erwähnt (…) besteht aus 5, wohl kaum von Mozart selbst, arrangierten Arien aus Figaro und Don Juan, während die 5 anderen sehr reizvolle Originalkompositionen sind, die freilich durch fehlerhaftes, ungeschicktes und noch dazu überflüssiges Hinzusetzen von 2 Hörnern stark entstellt und so ziemlich unbrauchbar geworden waren.“
Des weiteren klärt er ausführlich und detailliert die fraglichen Hornstimmen und kommt zu dem Schluß, dass diese Musik definitiv ein dreistimmiger Satz ist, die Frage der Instrumentierung bleibt offen.

Weiter geht es in dem besagten Vorwort: „Die Klangwirkung der 3stimmigen Fassung ist von Herrn Musikdirektor R.Mühlfeld (Meiningen) praktisch geprüft und für gut befunden worden, ebenso hatte der Herausgeber Gelegenheit, die Stücke in einem Kreis von musikkundigen Freunden blasen zu hören und sich ebenfalls von der vorzüglichen Klangwirkung zu überzeugen, welche der von Mozarts übrigen Klarinettenkompositionen durchaus entspricht.“

Wahrscheinlich kann die Bedeutung Richard Mühlfelds, für den J.Brahms seine Klarinettenmusik komponierte, hier gar nicht genug gewürdigt werden. In der Neuen Mozart Ausgabe (NMA) geht es dann zeitbedingt etwas nüchterner zu, die Authentizität der Stücke wird zumindest in großen Teilen amtlich bestätigt, die Originalität der Besetzung mit drei Bassetthörnern wird für hoch wahrscheinlich erklärt, zur Sortierung erwähnt M.Flothius 1974 im Vorwort zur NMA:
„Simrock hat die 25 Stücke sowohl von 1-25 durchgezählt, als auch gleichzeitig zu „Serenaden“ zusammengefasst, für die Serenaden I-IV mit durchaus einleuchtender Satzfolge; in unbefriedigender Satzfolge bietet Simrock jedoch die Serenade V (Divertimento V unserer Ausgabe): Adagio-Menuett-Adagio-Romance (alle B-Dur)- Polonaise (Es-Dur). Diese Satzfolge kann von Mozart niemals beabsichtigt gewesen sein und auch die von Lewicky (AMA) vorgenommenen Umstellung von Romance und Polonaise führt zu keinem befriedigenden Ergebnis. Entweder hat Mozart nicht an eine Zusammenstellung zu Serenaden gedacht, sondern an ein lose Folge kleinerer Stücke – worauf ja Simrocks Einzelnummerierung und Breitkopfs handschriftlicher Katalog hinweisen -, oder Mozart plante die übliche Reihe von sechs Serenaden.“

Einzig die Frage der Besetzung bleibt letztendlich offen: Drei Bassetthörner haben sich zwar durchaus bewährt, aber vielleicht sollte man nicht vergessen, dass die Fassungen für 2Klarinetten und Fagott, oder die Wiener Sonatinen, für 200 Jahre lang ihre Gültigkeit hatten und auch heute noch haben. Nach einem über Jahre andauernden Reifungsprozess durch viele Konzerterfahrungen mit CLARIMONIA hat sich der Herausgeber entschlossen, die 25 Stücke neu zu sortieren, sodass 5 sinnvolle Kombinationen entstehen. Diese Sortierung entspricht der von CLARIMONIA 2015 gemachten Gesamtaufnahme der Serenaden.

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Details :
  • Author : Matthias Ramsch
  • Category :
  • Date : 29. Oktober 2017