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Amand Vanderhagen (1753-1822)

Duette für zwei Klarinetten


Besetzung: 2 Kl.
Bearbeitung: Bernhard Kösling
Umfang: 2 Bände
Herausgeber: Musikverlag Hans Jürgen Eckmeier
Schwierigkeit: Fortgeschritten

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Amand Vanderhagen (auch „van der Hagen“ oder „ Vander Hagen“) wurde 1753 in Antwerpen geboren und ging 1775 nach Paris, wo er sich rasch einen Namen als Flöten– und Klarinettenvirtuose machte. Außerdem hatte er einen guten Ruf als Komponist und Arrangeur, so gibt es unzählige Bearbeitungen für Harmoniemusik und Blasorchester von ihm. Vanderhagens Hauptaugenmerk galt aber der pädagogischen Arbeit. Bereits 1785 erschien eine Klarinettenschule von ihm, sein Hauptwerk ist unbestreitbar die große „Methode nouvelle“ von 1796,1819 folgte noch ein neue Schule für 12-klappige Klarinette. Dazu kam 1799 eine bedeutende umfangreiche Flötenschule. Es verwundert also nicht, dass Vanderhagen 1796 zum Professor am neuen Pariser Conservatoire berufen wurde.1822 starb er in Paris.
Die vorliegenden 10 kleinen und feinen Stücken stammen aus der Schule von 1785, deren Erstdruck dieser Ausgabe zu Grunde liegt. Dieses Lehrwerk, geschrieben als Vanderhagen noch Musiker der Nationalgarde war, ist für 5-klappige Klarinette (e, fis, gis, a´, b´) gedacht und enthüllt – aus heutiger Sicht – manch überraschende Spielanweisung. Das Blatt wird nach oben gedreht, die Zähne unten auf das Mundstück aufgesetzt. Der Arbeitsaufwand geht aber von den Lippen aus, die das Mundstück aufs sorgfältigste zu umschließen haben. Bei dieser Spielweise war es damals üblich, nur mit der Luft zu artikulieren ohne die Zunge zu verwenden, Vanderhagen differenziert hier: neben dieser Art wird auch die Zunge eingesetzt, Vorbild ist die Sprache. Töne ohne Bezeichnung werden nur mit Luft oder einem tonlosen „d“ angespielt, Staccatopunkte bedeuten ein tonloses „t“, Keile sind die Steigerung dessen und damit kürzer und härter.
Diese Techniken auf moderne Klarinetten zu übertragen stellt sich zumeist von selbst in Frage, wahrscheinlich ist es auch gar nicht entscheidend. Wichtiger ist Feststellung, dass die Artikulationsbezeichnungen nicht zufällig erfolgten, sondern bewusst gewählt wurden.

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Details :
  • Author : Matthias Ramsch
  • Category :
  • Date : 20. Oktober 2017