Anonym

Palmira

Sammelband mit 22 Stücken nach Opern von Salieri, Cimarosa, Mozart, Süßmayr u.a.

Besetzung: 1 Klarinette und 3 Bassetthörner
Hrsg. Bernhard Kösling
Lieferumfang: Partitur und Einzelstimmen

Preis: € 10,00 inkl. MwSt

Die Noten sind ausschließlich als PDF-Datei erhältlich.

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E-Mail: anfrage@bernhard-koesling.de
Telefon: +49 (0)441 8 85 09 23

„Palmira“
22 Quartette nach Opern von Salieri, Cimarosa, Mozart, Süßmayr u.a.
(anoyme Bearbeitungen, Prag 1800-1805)

Es ist aus heutiger Sicht erstaunlich, welch ein reges musikalisches Leben in Prag um 1800 allgegenwärtig war. Die verschiedenen Adelsfamilien, die in der Stadt natürlich ein angemessenes Palais hatten, überboten sich gegenseitig mit der Anstellung namhafter Musiker. So unterstützte beispielsweise die Familie Lobkowitz L.v.Beethoven Zeit seines Lebens, die Familie Pachta hielt sich eine eigene Harmoniemusik, und die Familie Clam-Gallas war offenbar dem Bassetthorn mehr als nur zugeneigt, denn in ihrem Familienarchiv finden sich diverse Bassetthorntrios, vor allem aber eine fast nicht zu überschauende Menge an Quartetten für Klarinette mit drei Bassetthörnern. Es handelt sich dabei um Arrangements der beliebtesten Musikstücke der Zeit, aus Opern und Balletten, aber auch um eigens komponierte Werke. Der oder die Autoren sind nicht bekannt, dazu sind diese Quartette nicht durchgängig in der gleichen Handschrift verfasst, sie sind auch nicht einheitlich was den Stil und den Schwierigkeitsgrad angeht. Das, was sie verbindet, ist die Tatsache, dass die Manuskripte stark benutzt (also gespielt) wurden, wobei es nachträgliche Einzeichnungen in unterschiedlichen Fassungen über eine langen Zeitraum gibt. Die Rekonstruktion der Stücke wird dadurch bisweilen erheblich erschwert, in einigen Fällen ist die Musik durch Feuer- oder Wasserschaden unwiederbringlich verloren gegangen. Was übrig bleibt ist eine große Menge Einzelstücke, jedes für sich alleine schon ein musikalischer Schatz, in der Gesamtheit kann man sicherlich von einer eigenen Gattung sprechen.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine lose Sammlung unabhängiger damals beliebter und bekannter Musikstücke aus Opern der Zeit. Heute mag die Auflistung wie ein Sammelbecken der zweiten Komponisten-Reihe anmuten. Aber um 1800 gab es nicht nur Mozart auf den Programmzetteln, sondern er war einer von vielen, wie es auch in diesem Heft zu sehen ist. Innerhalb der Stücke gibt es keine vorgeschriebene Reihenfolge, die meisten konnten ihrem Ursprung nach zugeordnet werden, bei einigen Stücken ist die Herkunft unklar. Sollte jemand ein Stück erkennen, möge er sich bitte informativ an den Verlag wenden. Die Manuskripte sind in sehr schlechtem Zustand, es gibt viele unterschiedliche Flecken, Risse, vor allem aber machte ein völliges Fehlen jeglicher Sortierung oder Ordnung die Rekonstruktion zu einem echten Puzzle-Spiel.

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